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    NMUN Delegation

    Myanmar / Burma

    Myanmar gehört zu den wichtigsten Ländern Südostasiens. Es ist ein ressourcenreiches Land mit rund 54 Mio. Einwohnern, das an der Schnittstelle zwischen China, Indien und Südostasien eine große politische und wirtschaftliche Rolle spielt. Aber es ist auch ein Land, das sowohl durch seine einzigartige Atmosphäre, als auch durch seine faszinierenden Menschen begeistert. Myanmar grenzt im Norden und Osten an die Volksrepublik China, Laos und Thailand und im Süden an den Indischen Ozean. Das Andamanische Meer trennt Myanmar von den südwestlich gelegenen indischen Inseln der Andamanen und Nikobaren. Im Westen grenzt Myanmar an Bangladesch und die indischen Bundesstaaten Mizoram, Manipur, Nagaland und Arunachal Pradesh. Die ehemalige Hauptstadt war Rangoon, seit 2008 ist es Pyinmana Naypyidaw mit etwa 100.000 Einwohnern. Als Vielvölkerstaat besteht Myanmar aus 135 verschiedenen Ethnien. Die größten sind die Birmanen, die 70% der Bevölkerung repräsentieren und die Shan. Diese leben als zweitgrößte Volksgruppe (8,5%) hauptsächlich im Shan-Staat des Landes und in einer etwa 1000 Meter hohen Gebirgsregion. Birmanisch ist die Hauptsprache und wird von etwa 70% der Bevölkerung als Muttersprache gesprochen. Die am weitesten verbreitete Religion in Myanmar ist der Buddhismus.

    Bei Erlangung der Unabhängigkeit im Jahre 1948 entschied sich das damalige Birma gegen die Zugehörigkeit zum britischen Commonwealth, trat aber den Vereinten Nationen bei, die den neuen Namen des Staates wenige Tage nach der Verkündung durch das Militär übernahmen. Myanmar ist außerdem Mitglied der Bewegung der Blockfreien Staaten und seit 1997 Mitglied von ASEAN (Südostasiatische Staatengemeinschaft), dessen Vorsitz es 2014 übernehmen wird. In den Jahren der selbstgewählten Isolation (1962–1989) war das Profil des Landes auf der internationalen Bühne gering. Das Land stand seit 1962 unter einer Militärherrschaft, bis am 4. Februar 2011 der ehemalige General und Ministerpräsident Thein Sein als Staatsoberhaupt eingesetzt wurde, der das Land auf einen sanften Reformkurs brachte.

    Die myanmarische Außenpolitik ist traditionell stark von politischer und wirtschaftlicher Unabhängigkeit, der Bewahrung der eigenen Souveränität und den Prinzipien der Nichteinmischung geprägt. Im Zentrum steht das Verhältnis zu asiatischen Staaten, insbesondere zu den ständigen Sicherheitsratsmitgliedern China und Russland, aber auch zu Indien sowie den ASEAN-Mitgliedsstaaten. Zudem weist Myanmar ein enormes wirtschaftliches Potenzial auf. Es verfügt über große Erdgasvorräte, Hölzer, Kupfer, Edelsteine und andere Rohstoffe sowie über große Wasserkraftreserven und umfangreiche landwirtschaftliche Nutzflächen. Seit 1988 hat Myanmar im Prinzip ein marktwirtschaftlich orientiertes Wirtschaftssystem, nachdem der Versuch, eine eigene myanmarische Variante der Planwirtschaft einzuführen, gescheitert war. Weiterhin wird die Wirtschaft maßgeblich beeinflusst von strukturellen Defiziten (vor allem Infrastruktur) und dominiert von einem wenig produktiven Agrarsektor. Das Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner beträgt 1400 US$. Die staatlichen Ausgaben legen einen deutlichen Schwerpunkt auf den militärischen Bereich.

    Innerhalb der Vereinten Nationen verfolgt der Menschenrechtsrat der UN aufmerksam die Lage in Myanmar. Der UN-Sondergesandte für Menschenrechte in Myanmar, Tomas Ojea Quintana, konnte vom 21.-25. August 2011 ein breites Besuchsprogramm in Myanmar absolvieren, nachdem er zuvor über ein Jahr lang kein Visum erhalten hatte. Im Rahmen der Universal Periodic Review des UN-Menschenrechtsrates kam im Januar 2011 die menschenrechtliche Situation in Myanmar auch im Dialog mit der Regierung des Landes zur Sprache. Zudem berichten die Menschenrechtsorganisationen immer wieder über den Einsatz von Kindersoldaten, sowohl in der Regierungsarmee, als auch in den bewaffneten Gruppen ethnischer Minderheiten. Die Bundesrepublik Deutschland bemüht sich in Zusammenarbeit mit der ILO und UNICEF aktiv darum, die Rekrutierung von Kindersoldaten in Myanmar zu verhindern.

    Gerade deshalb ist es notwendig dieses Land mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken und bei der NMUN-Simulation in New York erfolgreich zu vertreten.