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Intern
    NMUN Delegation

    Qatar

     

    Viel wussten die meisten von uns leider nicht über Qatar, das Land am arabischen Golf, als wir uns darum bewarben es in New York City bei der National-Model-United-Nations-Konferenz zu vertreten.

    Mittlerweile hat sich das natürlich geändert, obwohl es manchmal eine Herausforderung ist Informationen, Hintergründe und Statements einer Regierung zu  konkreten Themenstellungen zu finden.

    Das Land Qatar mit seiner knapp eine Millionen starken Bevölkerung, ein Nachbarstaat von Saudi-Arabien , ist ein relativ junger Staat: 1971 proklamierte es seine Unabhängigkeit von den britischen Kolonialherren. Seitdem hat sich in Qatar vieles geändert. Inbesondere seit 1995 Scheich Hamad Bin Khalifa-Al-Thani durch einen Coup an die Macht kam. Zusammen mit seiner Frau Scheikha Mozah bint Nasser al Missned hat er in den vergangenen 15 Jahren viefältige Reformen eingeleitet: Unter dem Dach der Qatar Foundation der Scheikha Mozah bint Nasser al Missned vorsitzt, hat Qatar sein Bildungssystem ausgebaut und am Rande der Hauptstadt Doha eine "Education City" errichtet, in der der wissenschaftliche Nachwuchs in verschiedenen internationalen Universitäten gefördert und unterrichtet wird. Finanziert wird dieses und viele anderen kostenintensiven Projekte indirekt durch Qatars große Gasvorkommen -  zusammen mit dem Iran teilt sich Qatar das weltgrößte Gasfeld.  Zudem haben Frauen in Qatar - im Gegensatz zu einigen Nachbarländern - ein Wahlrecht, das Recht Auto zu fahren und einen gleichberechtigten Zugang zu Bildung. Darüber hinaus hat die Regierung Qatars eine Verfassung erarbeitet, die vor einigen Jahren von der Bevölkerung angenommen wurde.

    Grundlage der Verfassung und des Rechtsverständnisses ist die Scharia und der sunnitisch-wahabitische Islam. Obwohl Qatar ein demokratischer Staat ist, besitzt es einige Elemente einer monarchistischen Staatsform.

    Auf internationaler Ebene bringt sich Qatar auf vielfältge Weise ein. Als Mitglied der Vereinten Nationen (seit 1973), des Gulf-Cooperation-Councils, der Arabischen Liga, der G-77 und der Konferenz Islamischer Staaten versucht es aktiv eine tragende Rolle zu übernehmen. Dabei hat Qatar sowohl gute Bezieungen zu seinen muslimischen Nachbarstaaten, als auch zu den westlichen Ländern, insbesondere zu den USA, Großbritannien und Frankreich. Außerdem ist Qatar eines der wenigen arabischen Länder, die Israel als Staat anerkennen. Gleichwohl prangerte Qatar in der Vergangenheit vehement Israels Palästina-Politik an und arbeitete mit dem Iran zusammen.

    Es war eine große Herausforderung für unsere gesamte Delegation Qatars oft ambivalente Außenpolitik realistisch zu vertreten und wir vollzogen des öfteren einen "diplomatischen Spagat". Was gleichzeitig jedoch auch die Chance bot bei Konflikten zwischen einigen "westlich geprägten" Ländern und der Muslimischn Welt zu vermittlen. Auch in der realen Welt, außerhalb einer solchen Simulation, hat Qatar in der Vergangenhet durch seine guten Beziehungen in beide "Welten" und durch in Doha abgehaltene Konferenzen zu Fortschritt und der Verbesserung internationaler diplomatischer Beziehungen beigetragen.